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Wenn man mit Aktien anfängt, wirkt am Anfang vieles logisch – und entpuppt sich später als teurer Irrtum. Ich habe selbst gemerkt, dass es oft nicht das fehlende Wissen ist, sondern falsche Annahmen und spontane Entscheidungen, die Probleme machen. Genau hier stolpern viele Einsteiger.
Aktien sind kein Glücksspiel, aber sie verzeihen Ungeduld und Planlosigkeit nur selten. Wer ohne klare Vorstellung startet, lässt sich schnell von Kursbewegungen, Schlagzeilen oder Tipps aus dem Netz treiben. Das fühlt sich aktiv an, führt aber selten zu guten Ergebnissen.
In diesem Artikel zeige ich dir die häufigsten Anfängerfehler beim Aktienkauf. Ich erkläre dir verständlich, warum sie passieren und wie du sie vermeiden kannst – ohne Fachchinesisch und ohne komplizierte Theorie.
Fehlender Plan: Warum Ziele, Strategie und Zeithorizont entscheidend sind

Einer der größten Fehler beim Aktienkauf ist ein fehlender Plan. Viele kaufen Aktien, weil sie „irgendwas mit Geldanlage“ machen wollen, ohne sich vorher klare Ziele zu setzen. Genau das rächt sich später.
Ich empfehle dir, dir zuerst einfache Fragen zu beantworten: Warum investierst du? Geht es um langfristigen Vermögensaufbau, um eine Zusatzrente oder um kurzfristige Gewinne? Ohne diese Klarheit weißt du später nicht, ob du richtig oder falsch liegst.
Ebenso wichtig ist dein Zeithorizont. Wer Geld in ein paar Jahren braucht, sollte anders investieren als jemand mit 20 Jahren Zeit. Aktien schwanken, manchmal stark. Das ist normal, aber nur dann auszuhalten, wenn dein Plan dazu passt.
Auch eine grobe Strategie hilft enorm. Zum Beispiel:
- langfristig investieren statt häufig handeln
- regelmäßig investieren statt alles auf einmal
- Gewinne und Verluste realistisch einordnen
Mit einem klaren Plan triffst du ruhigere Entscheidungen und lässt dich weniger von kurzfristigen Kursbewegungen beeinflussen.
Emotionales Handeln: Angst, Gier und Herdentrieb beim Aktienkauf
Emotionen sind beim Aktienkauf ein schlechter Ratgeber. Angst und Gier sorgen oft dafür, dass genau die falschen Entscheidungen getroffen werden. Ich habe das selbst erlebt und bei vielen anderen beobachtet.
Wenn Kurse stark fallen, bekommen viele Angst und verkaufen panisch. Oft passiert das genau dann, wenn die Kurse bereits stark gefallen sind. Umgekehrt steigt die Gier, wenn Aktien stark gestiegen sind und überall davon berichtet wird. Dann wird gekauft – meist zu hohen Preisen.
Der sogenannte Herdentrieb verstärkt dieses Verhalten. Man orientiert sich an dem, was andere tun, statt selbst nachzudenken. Social Media und Börsen-News befeuern das zusätzlich.
Um das zu vermeiden, hilft:
- feste Regeln für Kauf und Verkauf
- Abstand zu Dauer-News und Kurs-Apps
- ein Blick auf den eigenen Plan statt auf Meinungen anderer
Emotionen lassen sich nicht ausschalten, aber du kannst lernen, sie nicht entscheiden zu lassen.
Einzelaktien ohne Streuung: Klumpenrisiken richtig einschätzen
Viele Anfänger setzen auf wenige Einzelaktien, oft aus bekannten Unternehmen. Das wirkt sicher, ist es aber nicht. Auch große Firmen können in Schwierigkeiten geraten oder jahrelang schlecht laufen.
Wenn du nur ein oder zwei Aktien im Depot hast, trägst du ein hohes Klumpenrisiko. Läuft eine davon schlecht, trifft dich das direkt und spürbar. Streuung ist deshalb eines der wichtigsten Grundprinzipien beim Investieren.
Streuung bedeutet:
- verschiedene Unternehmen
- unterschiedliche Branchen
- idealerweise auch mehrere Länder
Ein breit gestreutes Depot gleicht Schwankungen besser aus. Verluste einzelner Aktien können durch andere Positionen abgefedert werden. Das sorgt für ruhigere Nerven und stabilere Ergebnisse.
Gerade am Anfang unterschätzen viele, wie viel Sicherheit eine gute Streuung bringt. Sie ist kein Garant für Gewinne, aber ein wirksamer Schutz vor unnötigen Risiken.
Timing-Fallen: Markt timen wollen statt langfristig investieren

Viele glauben, sie könnten den perfekten Einstiegszeitpunkt finden. In der Praxis funktioniert das fast nie. Selbst Profis liegen damit oft daneben. Trotzdem versuchen es Einsteiger immer wieder.
Das Problem: Wer auf den „richtigen Moment“ wartet, verpasst oft lange gute Phasen. Oder man steigt ein, wartet auf bessere Kurse und kauft am Ende teurer als geplant. Ständiges Beobachten macht die Sache nicht besser, sondern stressiger.
Langfristiges Investieren ist meist die bessere Lösung. Dabei geht es nicht darum, den Tiefpunkt zu treffen, sondern über viele Jahre investiert zu bleiben. Zeit im Markt ist wichtiger als der perfekte Zeitpunkt.
Hilfreiche Ansätze sind:
- regelmäßiges Investieren in festen Abständen
- Fokus auf Jahre statt auf Tage oder Wochen
- Akzeptanz von kurzfristigen Schwankungen
So nimmst du Druck aus deinen Entscheidungen und reduzierst typische Timing-Fehler deutlich.
Kosten und Steuern unterschätzen: Gebühren, Spreads und Abgaben
Ein oft übersehener Punkt sind Kosten und Steuern. Sie fallen nicht auf den ersten Blick auf, wirken aber langfristig stark auf deine Rendite. Gerade Anfänger unterschätzen diesen Effekt.
Zu den Kosten gehören:
- Ordergebühren beim Kauf und Verkauf
- Spreads zwischen Kauf- und Verkaufspreis
- laufende Kosten von Produkten
Je häufiger du handelst, desto mehr frisst das deine Gewinne auf. Auch kleine Beträge summieren sich über die Jahre.
Hinzu kommen Steuern. Gewinne aus Aktien unterliegen der Abgeltungsteuer. Wer das ignoriert, plant mit falschen Zahlen und erlebt später böse Überraschungen.
Mein Tipp: Behalte Kosten und Steuern von Anfang an im Blick. Weniger handeln, gezielt investieren und realistisch rechnen bringt oft mehr als jede vermeintlich clevere Strategie.
Zu wenig Wissen über Unternehmen und Marktumfeld
Viele kaufen Aktien, ohne wirklich zu wissen, was hinter dem Unternehmen steckt. Ein bekannter Name oder ein Tipp aus dem Internet reicht dann als Entscheidungsgrundlage. Das ist riskant.
Du musst kein Experte sein, aber ein Grundverständnis ist wichtig. Dazu gehören:
- womit das Unternehmen Geld verdient
- in welchem Markt es aktiv ist
- welche Chancen und Risiken es gibt
Auch das Marktumfeld spielt eine Rolle. Zinsen, Konjunktur und politische Rahmenbedingungen beeinflussen Unternehmen stärker, als viele denken.
Wer sich gar nicht informiert, reagiert später unsicher auf Kursbewegungen. Dann wird schnell verkauft, obwohl sich am Unternehmen selbst nichts geändert hat.
Ein bisschen Recherche vor dem Kauf sorgt für mehr Vertrauen in deine Entscheidung – und hilft dir, ruhiger zu bleiben, wenn es an der Börse mal unruhig wird.
Risikomanagement ignorieren: Verlustbegrenzung und Positionsgröße
Ein häufiger Fehler ist es, das Risiko einzelner Positionen nicht zu beachten. Viele setzen zu viel Geld auf eine Aktie und merken erst im Verlustfall, wie unangenehm das wird.
Risikomanagement bedeutet nicht, Risiken komplett zu vermeiden. Es geht darum, sie bewusst zu steuern. Eine einfache Regel: Eine einzelne Position sollte dein Depot nicht dominieren.
Wichtige Punkte sind:
- sinnvolle Positionsgrößen
- klare Grenzen für Verluste
- realistische Erwartungen
Wenn eine Aktie stark fällt, solltest du nicht automatisch hoffen, dass sie sich „schon wieder fängt“. Manchmal ist es besser, einen Verlust zu akzeptieren, als ihn immer weiter wachsen zu lassen.
Gutes Risikomanagement schützt dich nicht vor Verlusten, aber es verhindert, dass ein einzelner Fehler dein gesamtes Depot aus dem Gleichgewicht bringt.
Geduld verlieren: Häufiges Umschichten und kurzfristiges Denken
Geduld ist an der Börse eine der wichtigsten Eigenschaften. Trotzdem verlieren viele sie schnell. Sie wechseln ständig ihre Strategie, verkaufen zu früh oder jagen der nächsten Idee hinterher.
Häufiges Umschichten kostet nicht nur Nerven, sondern auch Geld. Gebühren, Steuern und verpasste Erholungsphasen summieren sich. Kurzfristiges Denken passt einfach nicht gut zu Aktien.
Erfolgreiche Anleger halten oft lange an guten Entscheidungen fest. Sie akzeptieren, dass nicht jeder Monat positiv läuft. Schwankungen gehören dazu und sind kein Zeichen, dass etwas „schief läuft“.
Wenn du merkst, dass du ständig eingreifen willst, hilft ein Schritt zurück. Weniger Kontrolle kann manchmal bessere Ergebnisse bringen – und sorgt für deutlich mehr Ruhe beim Investieren.
Fazit: Fehler vermeiden und eigene Erfahrungen sammeln
Aktien zu kaufen ist kein Hexenwerk, aber es braucht etwas Struktur und Geduld. Die meisten Anfängerfehler entstehen nicht aus Dummheit, sondern aus Unsicherheit, Emotionen und falschen Erwartungen. Genau deshalb lassen sie sich gut vermeiden.
Ich rate dir, klein anzufangen und bewusst zu lernen. Mach dir einen einfachen Plan, beobachte deine Entscheidungen und hinterfrage sie regelmäßig. Fehler gehören dazu, solange sie dich nicht aus der Bahn werfen.
Viele Fragen klären sich erst mit der Zeit: Wie viel Risiko halte ich wirklich aus? Wie reagiere ich auf Verluste? Welche Strategie passt zu mir? Diese Antworten findest du nicht im Lehrbuch, sondern durch eigene Erfahrungen.
Bleib neugierig, probiere aus und passe deinen Weg an. Wer dranbleibt und ruhig investiert, ist langfristig oft besser unterwegs als jemand, der ständig alles neu erfindet.






