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Wenn du dich mit ETFs beschäftigst, stolperst du früher oder später über eine scheinbar einfache Frage: Wie viele ETFs brauche ich eigentlich? Im Internet findest du dazu alles – von „Einer reicht völlig“ bis hin zu komplizierten Portfolios mit zehn oder mehr ETFs.
Gerade als Einsteiger sorgt das schnell für Unsicherheit. Du willst nichts falsch machen, aber auch nicht unnötig kompliziert investieren. Schließlich geht es um dein Geld und um langfristige Ziele wie Vermögensaufbau oder Altersvorsorge.
In diesem Artikel schauen wir uns das Thema ganz in Ruhe an. Ich erkläre dir, welche ETF-Anzahl für den Einstieg wirklich sinnvoll ist, worauf es dabei ankommt und warum weniger oft mehr ist. Am Ende weißt du genau, welche Lösung zu dir passt – ohne Fachchinesisch und ohne unnötigen Ballast.
Was Anleger mit der Frage „Wie viele ETFs brauche ich?“ wirklich meinen

Wenn jemand fragt, wie viele ETFs er braucht, geht es meist nicht um eine konkrete Zahl. Dahinter steckt die Sorge, etwas Wichtiges zu übersehen oder ein schlechtes Portfolio zu bauen. Viele haben Angst, zu wenig gestreut zu sein oder Chancen zu verpassen.
In Wirklichkeit geht es um drei Kernpunkte: Sicherheit, Übersicht und Vertrauen in die eigene Entscheidung. Ein gutes Portfolio soll Schwankungen aushalten, leicht verständlich sein und sich langfristig gut anfühlen.
Oft wird die ETF-Anzahl mit Qualität verwechselt. Mehr ETFs bedeuten aber nicht automatisch mehr Sicherheit oder bessere Rendite. Entscheidend ist, was in den ETFs steckt und wie gut sie zusammenpassen.
Für Einsteiger ist es wichtig, den Fokus nicht auf Zahlen zu legen, sondern auf das Ziel. Ein Portfolio soll dich ruhig schlafen lassen und zu deinem Leben passen. Genau daran sollte sich auch die Anzahl der ETFs orientieren.
Die Grundidee eines Einsteiger-Portfolios: Einfach, breit und verständlich
Ein Einsteiger-Portfolio verfolgt ein klares Ziel: breit investieren, Risiken verteilen und dabei übersichtlich bleiben. Du sollst verstehen, was mit deinem Geld passiert, ohne ständig nachjustieren zu müssen.
Breite Streuung erreichst du vor allem über weltweite Aktienmärkte. Genau hier spielen ETFs ihre Stärke aus. Schon ein einzelner ETF kann tausende Unternehmen enthalten und damit Risiken gut verteilen.
Einfachheit ist gerade am Anfang extrem wichtig. Je komplizierter ein Portfolio ist, desto höher ist die Gefahr, bei Marktschwankungen nervös zu werden und Fehler zu machen.
Ein gutes Einsteiger-Portfolio erfüllt deshalb drei Kriterien:
- Es ist leicht zu erklären
- Es erfordert wenig Pflege
- Es passt zu einem langfristigen Anlagehorizont
Wenn diese Punkte erfüllt sind, ist die konkrete Anzahl der ETFs zweitrangig.
Ein ETF, zwei ETFs oder mehrere? Die gängigen Portfolio-Ansätze im Überblick

Beim Investieren mit ETFs haben sich einige klassische Ansätze etabliert. Sie unterscheiden sich vor allem in der Anzahl der Bausteine und im Grad der Kontrolle.
Der einfachste Ansatz ist das 1-ETF-Portfolio. Hier investierst du alles in einen weltweit gestreuten Aktien-ETF. Das ist übersichtlich und leicht umsetzbar.
Beim 2-ETF-Portfolio werden die Investments meist aufgeteilt, zum Beispiel nach Regionen. Häufig sind das ein ETF für Industrieländer und ein ETF für Schwellenländer.
Ein 3-ETF-Portfolio geht noch einen Schritt weiter. Hier kommen oft zusätzliche Anlageklassen oder feinere regionale Aufteilungen ins Spiel.
Alle Varianten können sinnvoll sein. Entscheidend ist nicht die Theorie, sondern wie gut du den Ansatz verstehst und langfristig durchhältst.
Das klassische 1-ETF-Portfolio: Wann ein einziger ETF ausreicht
Ein einzelner ETF kann für viele Einsteiger völlig ausreichend sein. Besonders beliebt sind weltweite ETFs, die Aktien aus vielen Ländern und Branchen enthalten.
Der große Vorteil liegt in der Einfachheit. Du musst dich nur für einen ETF entscheiden und regelmäßig investieren. Das spart Zeit, Gebühren und Nerven.
Auch die Streuung ist oft besser, als viele denken. Moderne Welt-ETFs decken einen Großteil der globalen Wirtschaft ab. Einzelne Länder oder Branchen fallen dadurch weniger stark ins Gewicht.
Ein 1-ETF-Portfolio eignet sich besonders für dich, wenn du:
- langfristig investieren willst
- wenig Zeit für Finanzthemen hast
- Schwankungen aushalten kannst
Wichtig ist nur, dass du dir der Risiken von Aktien bewusst bist und einen langen Atem mitbringst.
Das 2-ETF-Portfolio: Trennung nach Regionen oder Anlageklassen
Mit zwei ETFs bringst du etwas mehr Struktur in dein Portfolio. Häufig wird zwischen Industrieländern und Schwellenländern unterschieden.
Der Vorteil: Du kannst selbst festlegen, wie stark bestimmte Regionen gewichtet sind. Das gibt dir etwas mehr Kontrolle, ohne das Portfolio unnötig kompliziert zu machen.
Ein weiterer Ansatz ist die Kombination aus Aktien-ETF und Anleihen-ETF. Das kann helfen, die Schwankungen zu reduzieren, besonders wenn du sicherheitsorientierter bist.
Ein 2-ETF-Portfolio passt gut zu dir, wenn du:
- ein Grundverständnis für Märkte hast
- kleine Anpassungen bewusst steuern willst
- trotzdem eine klare Struktur bevorzugst
Wichtig ist, dass beide ETFs gut zusammenpassen und regelmäßig überprüft werden.
Das 3-ETF-Portfolio: Mehr Kontrolle ohne unnötige Komplexität
Ein 3-ETF-Portfolio wird oft gewählt, um das Portfolio noch gezielter zu steuern. Typisch ist die Aufteilung in verschiedene Regionen oder Anlageklassen.
Du kannst zum Beispiel Industrieländer, Schwellenländer und einen Sicherheitsbaustein kombinieren. Dadurch lassen sich Chancen und Risiken feiner abstimmen.
Der zusätzliche ETF bringt aber auch mehr Verantwortung mit sich. Du musst dein Portfolio im Blick behalten und gelegentlich anpassen.
Ein 3-ETF-Portfolio ist sinnvoll, wenn du:
- Spaß daran hast, dich mit deinem Portfolio zu beschäftigen
- klare Vorstellungen von deiner Risikoverteilung hast
- langfristig diszipliniert bleibst
Mehr ETFs bringen nur dann Vorteile, wenn du sie bewusst einsetzt.
Warum zu viele ETFs dem langfristigen Erfolg oft schaden

Viele Einsteiger glauben, dass ein großes Portfolio automatisch besser ist. In der Praxis ist oft das Gegenteil der Fall.
Zu viele ETFs machen dein Portfolio unübersichtlich. Du verlierst schnell den Überblick, warum du welche Position hältst. Das erhöht die Gefahr von Fehlentscheidungen.
Auch die Kosten steigen. Mehr ETFs bedeuten mehr Transaktionen, mehr Rebalancing und oft höhere Gebühren.
Ein weiterer Punkt ist die emotionale Belastung. Wenn einzelne ETFs schlecht laufen, neigt man dazu, ständig einzugreifen. Genau das schadet dem langfristigen Erfolg.
Ein gutes Portfolio braucht Klarheit, keine Vielfalt um jeden Preis. Weniger Bausteine sorgen meist für mehr Ruhe und bessere Entscheidungen.
Welche Rolle Anlageziel, Risikobereitschaft und Anlagehorizont spielen
Die richtige ETF-Anzahl hängt stark von deinen persönlichen Zielen ab. Willst du Vermögen aufbauen, für die Rente sparen oder flexibel bleiben?
Auch deine Risikobereitschaft ist entscheidend. Wer starke Schwankungen schlecht aushält, braucht eine andere Struktur als jemand mit starkem Nervenkostüm.
Der Anlagehorizont spielt ebenfalls eine große Rolle. Je länger du investieren kannst, desto einfacher darf dein Portfolio sein.
Stell dir deshalb drei Fragen:
- Wie lange kann ich auf das Geld verzichten?
- Wie reagiere ich auf Kursverluste?
- Wie aktiv möchte ich mein Portfolio betreuen?
Die Antworten helfen dir mehr als jede pauschale Empfehlung.
Aktien-ETF vs. Anleihen-ETF: Braucht man beides als Einsteiger?
Viele Einsteiger fragen sich, ob ein Aktien-ETF allein reicht. Die Antwort hängt stark von deiner persönlichen Situation ab.
Aktien bieten langfristig hohe Renditechancen, schwanken aber stark. Anleihen sind meist stabiler, bringen dafür weniger Ertrag.
Ein Anleihen-ETF kann helfen, das Portfolio ruhiger zu machen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn du bald Geld brauchst oder nervös auf Kursschwankungen reagierst.
Für junge Anleger mit langem Anlagehorizont kann ein reines Aktienportfolio ausreichen. Wichtig ist, dass du dich mit der Entscheidung wohlfühlst.
Es gibt kein Muss, sondern nur passende Lösungen.
Rebalancing: Ab welcher ETF-Anzahl es wirklich sinnvoll wird

Rebalancing bedeutet, dein Portfolio wieder auf die ursprüngliche Gewichtung zurückzuführen. Das wird vor allem bei mehreren ETFs relevant.
Bei einem einzelnen ETF ist Rebalancing nicht nötig. Bei zwei oder drei ETFs reicht oft ein jährlicher Blick.
Zu häufiges Rebalancing bringt kaum Vorteile, erhöht aber Aufwand und Kosten. Wichtig ist eine klare Regel und Disziplin.
Faustregel:
- 1 ETF: kein Rebalancing nötig
- 2–3 ETFs: einmal im Jahr prüfen
- mehr ETFs: nur mit klarem Plan sinnvoll
Einfachheit schlägt auch hier Perfektion.
Typische Fehler bei der Portfolio-Zusammenstellung von Einsteigern
Ein häufiger Fehler ist das Kopieren fremder Portfolios. Was für andere passt, muss für dich nicht richtig sein.
Auch Aktionismus ist problematisch. Ständiges Umschichten schadet oft mehr, als es nützt.
Viele Einsteiger wählen ETFs, die sich stark überschneiden. Das sorgt für Scheinstreuung, aber keine echte Diversifikation.
Wichtig ist:
- Verstehen, was du kaufst
- Geduldig bleiben
- Langfristig denken
Ein solides, einfaches Portfolio ist meist die beste Lösung.
Für wen komplexere ETF-Portfolios sinnvoll sein können – und für wen nicht
Komplexere Portfolios können sinnvoll sein, wenn du viel Erfahrung hast und gezielt Schwerpunkte setzen willst. Das gilt zum Beispiel für Faktor- oder Themenstrategien.
Für Einsteiger bringen solche Konstruktionen selten Vorteile. Sie erhöhen den Aufwand und das Risiko von Fehlentscheidungen.
Wenn du Freude an Zahlen hast und dein Portfolio aktiv begleiten möchtest, kannst du dich später herantasten. Am Anfang ist Zurückhaltung meist klüger.
Komplexität ist kein Qualitätsmerkmal. Sie sollte immer einen klaren Zweck erfüllen.
Fazit: Wie viele ETFs für dich wirklich sinnvoll sind
Die Frage nach der richtigen ETF-Anzahl lässt sich nicht mit einer festen Zahl beantworten. Für die meisten Einsteiger reichen ein bis drei ETFs völlig aus, um sinnvoll und breit investiert zu sein. Entscheidend ist nicht, wie ausgeklügelt dein Portfolio aussieht, sondern ob du es verstehst und langfristig durchhältst.
Trau dich, einfach zu starten. Ein solides Grundportfolio kannst du später jederzeit anpassen oder erweitern. Wichtig ist, dass du Erfahrungen sammelst und ein Gefühl für Schwankungen entwickelst.
Probier aus, womit du dich wohlfühlst. Beobachte dein Verhalten in ruhigen und in turbulenten Marktphasen. Genau daraus lernst du am meisten. Dein Portfolio darf mit dir wachsen – Schritt für Schritt und ohne Druck.






