Wie private Schuldner Privatinsolvenz anmelden können

Verbraucher, die aufgrund ihrer Einkommenssituation keine Chance haben, ihre Schulden abzubauen, bleibt oft nur noch die Privatinsolvenz. Das gilt umso mehr, wenn sich die finanzielle Lage in den nächsten Jahren voraussichtlich kaum verbessern wird.

Keine Privatinsolvenz ohne vorherigen gescheiterten Einigungsversuch mit den Gläubigern

Wie private Schuldner Privatinsolvenz anmelden können

Zumindest für den ersten Schritt benötigen Sie die Unterstützung einer anerkannten Schuldnerberatungsstelle oder eines Anwalts. Denn einer von beiden muss Ihnen bescheinigen, dass Sie versucht haben, sich mit Ihren Gläubigern über die Schuldenregulierung zu einigen. Nur im Falle eines Scheiterns steht Ihnen die Privatinsolvenz offen.

Für den Einigungsversuch ist ein sogenannter Schuldenbereinigungsplan zu erstellen, aus dem genau hervorgeht, wie Sie Ihre Schulden bei allen Gläubigern abzahlen wollen. Das heißt für Sie:

  • Sie müssen zuerst einen entsprechenden Plan erarbeiten, in dem alle Gläubiger mit ihren noch offenen Forderungen berücksichtigt sind.
  • Anschließend verhandeln Sie mit Ihren Gläubigern und versuchen, sie von diesem Plan zu überzeugen.
  • Gelingt Ihnen das nicht, benötigen Sie eine entsprechende Bescheinigung über das Scheitern, um die Privatinsolvenz beantragen zu dürfen. Dieser Nachweis ist laut § 305 Abs. 1 Nr. 1 Insolvenzordnung (InsO) dem Insolvenzantrag beizufügen.

Bei all diesen Schritten hilft Ihnen die Schuldnerberatung oder der Anwalt. Nehmen Sie diese Unterstützung ruhig an und nutzen Sie das Verhandlungsgeschick erfahrener Berater. Unter Umständen gelingt es Ihnen sogar, doch eine Einigung zu erzielen und die Privatinsolvenz zu vermeiden.

Insolvenzantrag und weitere erforderliche Dokumente

Insolvenzantrag stellen

Scheitert der Einigungsversuch mit den Gläubigern, kann der betroffene Verbraucher nun Privatinsolvenz anmelden. Hierfür benötigt er folgende Dokumente bzw. Erklärungen:

  • Insolvenzantrag – Nutzen Sie hierfür das amtliche Formular plus Anlagen, welche Sie auf dem gemeinsamen Justizportal des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz und der Landesjustizverwaltungen herunterladen können.
  • Bescheinigung über das Scheitern des außergerichtlichen Einigungsversuchs
  • Gründe für dieses Scheitern
  • Schuldenbereinigungsplan
  • Vermögensübersicht und Vermögensverzeichnis
  • Gläubiger- und Forderungsverzeichnis
  • Antrag auf Restschuldbefreiung
  • Erklärung, dass Sie dem Insolvenzverwalter Ihr pfändbares Einkommen für die Dauer der Wohlverhaltensphase abtreten

Sie sehen, bei der Insolvenzanmeldung sind einige Formulare, Pläne und Erklärungen zu bewältigen. Lassen Sie sich dabei von einer kompetenten Schuldnerberatung helfen. Die Berater können Ihnen auch bei allen anderen Fragen der Verbraucherinsolvenz zur Seite stehen.

Den Antrag und sämtliche Unterlagen reichen Sie beim Insolvenzgericht ein. Zuständig ist dafür dasjenige Amtsgericht, in dessen Bezirk Sie Ihren allgemeinen Gerichtsstand haben. Dieser richtet sich gewöhnlich nach Ihrem Wohnsitz.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf https://www.privatinsolvenz.net/anmelden/.


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