Was ist Ethereum?

Ethereum ist eine Plattform im Bereich der Finanztechnologie, welche das Anlegen, Verwalten und Ausführen von dezentralen Programmen bzw. Kontrakten in einer eigenen Blockchain anbietet. Ethereum schafft damit die Grundlage für Smart Contracts und dApps (Distributed Apps). Dazu unten mehr. Die in Ethereum verwendete Kryptowährung heißt Ether und hat derzeit (Stand: 13.02.2018) eine Marktkapitalisierung von über 84 Milliarden US-Dollar und folgt damit dem Bitcoin auf Platz 2.

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Der Ethereum Kurs steht heute bei knapp 700 € pro Ethereum Coin und bewegt sich seit dem Ende des im Januar stattgefundenen Krypto-Crashs seitwärts. Ethereum erlaubt es auf seiner Plattform darüber hinaus beliebige weitere Währungen – so genannte Tokens – zu erzeugen, welche dann für Ether gehandelt werden können.

Was ist der Unterschied von Ethereum, Ether zum Bitcoin?

Was ist der Unterschied von Ethereum, Ether zum Bitcoin

Bitcoin und Ether haben gemeinsam, dass sie durch sogenanntes Mining entstehen. Während der Bitcoin auf 21 Millionen Bitcoin begrenzt ist und es niemals mehr geben kann, ist der Ether hingegen nicht begrenzt und kann theoretisch unendlich gemint werden.

Einer der Hauptunterschiede ist, dass bei Ether mehr Transaktionen in der selben Zeit durchgeführt werden können, als bei Bitcoin. Gerade das ist eine der Schwachstellen des Bitcoins, da es zu Engpässen bei den Bestätigungen der Transaktionen kommt und einige Bitcoin-Transaktionen mehrere Stunden dauern können. Die fehlende Skalierbarkeit soll durch das Lightning Netzwerk ausgeglichen werden, jedoch steckt dieses zurzeit noch in der Entwicklungsphase.

Während der Bitcoin ausschließlich dazu entwickelt wurde, um Zahlungen abzuwickeln, handelt es sich beim Ethereum um eine komplexe Kryptowährung, die weit über die Funktionen eines Zahlungsystems hinausgeht.

Wie der Bitcoin nutzt auch Ethereum eine Blockchain-Technologie. Ethereum setzt auf dezentralisierte Datenbanken, die über mehrere Online-Server verteilt sind und ständig aktualisiert und miteinander synchronisiert werden. Allerdings lässt die technische Basis, auf der Ethereum aufbaut, weitaus komplexere Abläufe zu als dies beim Bitcoin der Fall ist.

Eine wesentliche Besonderheit im Vergleich zum Bitcoin ist die Verwendung der Skriptsprache Solidity, die komplexe Berechnungen innerhalb der Blockchain erlaubt. Damit ermöglicht Ethereum als Open-Source-Software-Plattform ihren Nutzern per Blockchain neben z.B. Crowdfunding-Aktionen oder der Erstellung eines eigenen, sicheren sozialen Netzwerks auch sogenannte Smart Contracts abzuschließen.

Was sind Smart Contracts?

Beim „Smart Contract“ schließen zwei Nutzer einen „intelligenten Vertrag“ über eine bestimmte Leistung zu festgelegten Vertragsbedingungen. Ist die Leistung erbracht, erfolgt deren Bezahlung vollautomatisch – und zwar in Ether. Ein Unternehmer gibt z.B. im Rahmen eines Crowdfundings vor, 250.000 € Startkapital für ein bestimmtes Projekt einzusammeln. Melden sich nun Investoren, so wird das Geld von den Investoren erst eingesammelt, wenn sich so viele Investoren verpflichtet haben, dass die Summe von 250.000 € zusammenkommt. Mit Erreichen der Summe wird das Geld von den Investoren automatisch abgebucht und auf das Konto des Unternehmers überwiesen. Wird die vorgegebene Summe nicht erreicht, verfällt der Smart Contract als wertlos. – Man spricht auch von „wenn… dann…“ Verträgen.

Mit Ethereum und den Smart Contracts können also Mittelsmänner umgangen werden. Der Unternehmer in unserem o.g. Beispiel braucht also nicht über P2P (People to People) – Plattformen zu gehen, um mit Investoren zusammenzukommen. Die Vorgehensweise über Smart Contracts ist zudem wesentlich schneller und günstiger. Weiterhin bleibt die Anonymität der beteiligten Parteien gewährleistet.

Für Smart Contracts gibt es eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem E-Voting-Systeme, virtuelle Organisationen, Identity-Management und Crowdfunding.

Durch die Verwendung von Smart Contracts ist weiterhin die Entwicklung von dApps möglich.

 

Was sind dApps?

dApps sind Programme, die auf der Blockchain und damit auf allen Nodes parallel ausgeführt werden. Sie sind über den Smart Contract mit der Blockchain verbunden. Die dApp „kauft“ über den Smart Contract mittels Ether das „Gas“ – anschaulich ein Treibstoff – welches für ihre Ausführung auf der Blockchain benötigt wird. Dies gibt Ethereum seinen Wert.

Das dezentrale Konzept der Blockchain prüft hierbei ununterbrochen die Integrität des gesamten Netzwerkes. Somit sind dezentrale Apps fehlertolerant, unabänderlich und erleiden keine Verbindungsunterbrechungen.

Entwickler von dApps, die auf Ethereum aufsetzen, können dank Smart Contracts frei neue dApps entwickeln und anbieten.

Die Geschichte hinter Ethereum

Ende 2013 wurde Ethereum von Vitalik Buteri, einem kanadischen Programmierer mit russischen Wurzeln, allgemein beschrieben. Dr. Gavin James Wood, ein britischer Informatiker und Mitbegründer des Projekts, stellte mit ihm zusammen im Januar 2014 auf der North American Bitcoin Conference in Miami das Projekt vor. 2014 gelang es den beiden, 18 Millionen US-Dollar über einen Crowdsale zu sammeln, um den Start von Ethereum zu finanzieren. Am 30. Juli 2015 wurde dann der erste Datenblock in der Blockchain erstellt.

Die Entwicklung wird mittlerweile von der Stiftung Ethereum Foundation, einer Non-Profit-Organisation mit Sitz in der Schweiz geleitet.

Fazit – Was ist Ethereum?

Angesichts der innovativen Anwendungsmöglichkeiten, die Ethereum auf seiner Plattform zur Verfügung stellt, hat Ether, als unverzichtbarer Teil des Projekts das Potenzial zu einer massentauglichen Kryptowährung zu werden und dem Bitcoin den Rang abzulaufen. Sobald das Plasma-Update aktiviert ist können 1 Million Transaktionen pro Sekunden verarbeitet werden ohne Wartezeit und hohe Gebühren.