Schulden in Deutschland – Definition, Gründe und Auswege

Im Jahr 2016 waren rund 4,17 Millionen Menschen über 18 Jahre dauerhaft verschuldet. Das bestätigt der „Schuldneratlas Deutschland 2016“, der von der Wirtschaftsauskunftei Creditreform herausgegeben wurde. Im Durchschnitt liegen die Schulden bei 35.000 Euro pro Person. Worum es sich jedoch genau beim Begriff „Schulden“ handelt und was Betroffene gegen diese tun können, klärt der folgende Text.

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Unter den Begriff „Schulden“ fallen grundsätzlich zunächst alle Verbindlichkeiten, die mit einer Verpflichtung zur Rückzahlung verbunden sind. Hierbei ist es egal, ob Sie einen Kredit aufnehmen, das Konto überziehen oder sich lediglich Geld von einem Freund leihen. Können Sie die Schulden fristgerecht abbezahlen oder ist die finanzielle Belastung in Falle von Verzögerungen nicht allzu groß, entstehen zunächst keine schwerwiegenden negativen Folgen. Problematisch wird es erst, wenn sich die Verschuldung zu einer Überschuldung entwickelt.

Schulden in DeutschlandDas ist der Fall, wenn das eigene Einkommen zu gering ist, um davon alle Verbindlichkeiten abzubezahlen und sich dadurch immer mehr Schulden anhäufen. Durch die immer wieder eintreffenden und vermehrt auftretenden Mahnungen, glauben viele Betroffene, ein weiterer Kredit sei die einzige Lösung, um den Schulden zu entkommen. Hierbei befinden sie sich jedoch vielmehr in einem Teufelskreis, der die Situation weiter verschlechtert.

Die Gründe für das Auftreten einer Überschuldung sind sehr vielfältig und bestehen anders, als häufig vermutet, aus viel mehr als nur einem unwirtschaftlichen Lebensstil. In den häufigsten Fällen haben die Betroffenen nicht einmal einen Einfluss auf die Auslöser der Überschuldung. Demnach sind die häufigsten Gründe für eine Überschuldung folgende:

  • Arbeitslosigkeit (19 %)
  • Erkrankung, Sucht, Unfall (15 %)
  • Scheidung, Trennung, Tod des Partners bzw. der Partnerin (14 %)
  • Unwirtschaftliche Haushaltsführung (11 %)
  • Längerfristiges Niedrigeinkommen (7 %)
  • Sonstige Gründe (34 %)

Die Arbeitslosigkeit steht bei den Gründen für eine Überschuldung ganz vorn. Auf diese hat der Betroffene in der Regel keinen Einfluss. Fällt jedoch der Job und damit das Einkommen weg, können die laufenden Kosten nicht mehr gezahlt werden und die Schulden häufen sich. Doch wie können sich die Betroffenen aus einer solchen unliebsamen Situation befreien?

In erster Linie zählt: gehen Sie offen mit Ihren Schulden um. Viele Betroffene schämen sich und ziehen sich daher aus der Öffentlichkeit zurück. Sie trauen sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen, können sich jedoch auch nicht allein aus ihrer Situation befreien. Die finanziellen Sorgen vergrößern sich, so dass sie im schlimmsten Fall Auswirkungen auf die Gesundheit des Betroffenen haben können. Daher sollten sich Betroffene schnellstmöglich professionelle Hilfe suchen und offen mit ihren Problemen umgehen. Viele verschiedene Organisationen bieten in Deutschland eine Schuldnerberatung an. Handelt es sich um einen gemeinnützigen Träger, wird die Beratung kostenlos angeboten.

Gemeinsam mit dem Schuldnerberater werden die ausstehenden Forderungen ermittelt und mit dem Einkommen verglichen. Zudem wird die allgemeine Situation und die Gründe für die Überschuldung ermittelt. Ziel ist es in erster Linie, die Anhäufung weiterer Schulden zu vermeiden. Im zweiten Schritt werden dann bestehende Schulden abgebaut. Auch die finanzielle Hilfe durch das Jobcenter ist möglich. Bei Bedarf und unter bestimmten Voraussetzungen, erhält der Überschuldete ein Darlehen oder Zuschüsse, wie Wohn- und Kindergeld.

Weitere Informationen zum Thema „Schulden“ finden Sie hier. Zudem bietet das kostenlose Ratgeberportal www.schuldnerberatung.de viele weitere Informationen, eBooks und Ratgeber zu Themen, wie Insolvenz, Pfändung und Schuldnerberatung.

Die Interessengemeinschaft Sozialrecht e.V.

Die Interessengemeinschaft Sozialrecht e.V. wurde im Januar 2017 vom Rechtsjournalisten Marcel Weber in Berlin gegründet. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Transparenz im Bereich Sozialrecht zu schaffen, um interessierten Bürgerinnen und Bürgern einen Einblick in die wichtigsten Themen zu bieten.

Ziel und Zweck der Interessengemeinschaft e.V. ist die Beobachtung sozialrechtlicher Entwicklungen, Analyse und Kommentierung aktueller Rechtsprechungen sowie der Bereitstellung von Informationen und Hilfestellungen für Leistungsempfänger und Interessierte. Dabei verfolgt der Verein keinerlei eigenwirtschaftliche Zwecke. Die Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet werden. In ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Vereins erhalten diese keine Zuwendungen oder Gewinnanteile aus Mitteln des Vereins.