Rechtsschutzversicherung: Darauf muss man als Selbständiger achten

Jeder, der einer selbstständigen oder freiberuflichen Arbeit nachgeht, sollte auf jeden Fall eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung abschließen. Hat man nämlich im gewerblichen Bereich Rechtsstreitigkeiten auszufechten, kann das ganz schnell sehr teuer werden. Manchmal kann ein langwieriges Gerichtsverfahren sogar das Aus des Betriebes bzw. einer Firma und der privaten Existenz bedeuten, denn nicht jeder hat genug Geld, um die Kosten für Verfahrens- und Gerichtskosten vorzustrecken bzw. zu bezahlen.

300x250 not ani

Doch damit nicht genug: Rechtsanwälte, Gerichtstermine, Schriftstücke, Zeugengelder und Sachverständige kosten schnell ein Vermögen. Der Unterschied zum Privat Rechtsschutz für Selbstständige, der den privaten Bereich abdeckt, besteht darin, dass auch solche Risiken versichert sind, die in Zusammenhang mit der eigenen, gewerblich ausgeführten, Tätigkeit stehen. Daher ist eine klare Beschreibung aller Tätigkeiten sehr wichtig!

Rechtsschutzversicherung – Den eigenen Bedarf nachrechnen

Rechtsschutzversicherung

Ein wirklich Rundum-sorglos-Paket kann kein Versicherer anbieten. Man muss vorher überlegen, welche Ansprüche man hat, was man versichern möchte und was unnötig ist. Ist die Firma auch international tätig, wie viele Angestellte hat man beschäftigt und gibt es spezielle Risikobereiche wie beispielsweise einen Fuhrpark?

In der Regel umfasst eine günstige Rechtsschutzversicherung folgende Leistungen: Vertrags- und Sachenrecht, Arbeits-, Steuer-, Sozialgerichts- und Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz aber keinen Schutz, wenn man als Fahrer, Mieter oder Käufer eines Fahrzeugs auftritt. Hier muss zusätzlich eine Verkehrsrechtsschutzversicherung abgeschlossen werden.

Andere Bereiche wären zum Beispiel Rechtsschutz für Hilfsgeschäfte, Forderungsmanagement oder ein Anti-Diskriminierungs-Rechtsschutz. Diejenigen, die einen Firmenrechtsschutz bzw. eine Berufsrechtsschutzversicherung abschließen, tun gut daran, auch einen Privat Rechtsschutz zu wählen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn man als Selbstständiger einen Partner hat, der in der Firma angestellt sind.

Damit profitieren beide beruflich und privat im Schadens- bzw. Versicherungsfall. Gemeinsame Kinder sind bis zum 25. Lebensjahr, sofern sie nicht berufstätig sind, mitversichert.

Auf die Vertragskonditionen achten

Die Beiträge der jeweiligen Anbieter für Rechtsschutzversicherungen ähneln sich größtenteils, wichtiger ist das sogenannte Kleingedruckte. Da gibt es große Unterschiede im Bereich der Leistungskulanz, bei den einzelnen Klauseln und bei der Höhe der Versicherungssumme. Meist ist die Summe auf maximal 200.000 Euro begrenzt aber es gibt Versicherer, die eine unbegrenzte Deckungssumme anbieten.

Hier fallen meist höhere Beiträge an – wenn man aber bedenkt, dass Streitigkeiten durch mehrere Instanzen gehen können, ist das schon eine Überlegung wert. Wer eine günstige Rechtsschutzversicherung ohne Selbstbeteiligung abschließt, läuft beispielsweise Gefahr, dass die Versicherung einem den Anwalt vorschreibt; möchte man selbst einen Anwalt wählen, muss mit höheren Prämien gerechnet werden.

Im Internet finden sich jede Menge unterschiedlicher Firmenrechtsschutz-Vergleichsrechner, wo man sich die für einem selbst passende Absicherung ausrechnen lassen kann.