Kreditkarten

Kreditkarten sind heute das beliebteste Zahlungsmittel der Welt. Eine kleine plastiküberzogene Karte, nach ISO 7810 im Ausweisformat, mit Unterschrift, manchmal auch einem Foto des Inhabers, und passendem Bankkonto bei international anerkannten Instituten garantiert für die Zahlungsfähigkeit im Inland und fern der Heimat. Eine Kartennummer und eine Kartenprüfnummer, meist auf der Rückseite, sorgt für Sicherheit.

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Nur in einigen weniger entwickelten Ländern wird man möglicherweise noch zusätzliche Zahlungsmittel benötigen, weil die Kreditkarte dort nicht am Automaten oder Bankschalter akzeptiert werden kann.

Seit 1894 gab es Kreditkarten in den USA, die zuerst nur an Hotelgäste ausgegeben wurden. In den zwanziger Jahren begannen Mineralölkonzerne und Kaufhäuser mit der Ausgabe von Kreditkarten. Erst nach Ende des zweiten Weltkrieges folgten Restaurantketten und Fluglinien mit Kundenkreditkarten, die heute als Proprietary Credit Cards bezeichnet werden, weil sie nur Käufe beim ausgebenden Unternehmen ermöglichen. Universalkreditkarten – general purpose credit cards – kamen auf, als sich Unternehmen wie Diners Club 1950 dafür entschieden, an Kunden mit Bonität eine Kreditkarte mit weitreichender Gültigkeit auszugeben.

Schnell hatte sich diese Karte über die Ländergrenzen hinweg ausgebreitet. Die Franklin National Bank schloss sich 1951 mit einer eigenen Kreditkarte dieser modernen Bewegung an und damit war die erste Bankkreditkarte in Umlauf, die die Welt eroberte. American Express folgte 1958 mit seinem Angebot speziell für Vielreisende. Um 1960 waren bereits 500.000 Karten in Umlauf und fast 35.000 Unternehmen weltweit am Kartengebrauch beteiligt.

Die echte Bankkreditkarte oder klassische Kreditkarte bietet dem Inhaber einen Kreditrahmen in zwischen der Bank und dem Kreditnehmer vereinbarter Dispositionshöhe, die bei nachgewiesener Bonität auch sehr hoch sein kann. Der Karteninhaber, der seine Kreditkarte ordnungsgemäß auf der Rückseite unterzeichnet hat, nutzt die Karte weltweit und kann überall an Bankautomaten Geld abheben oder in Geschäften, Restaurants und bei Transportgesellschaften weltweit mit der Kreditkarte bargeldlos bezahlen. Das Kreditinstitut gibt dem Kreditkartennutzer für sechs Wochen den Kreditbedarf, sendet ihm dann eine Abrechnung und gleicht den Betrag über das Girokonto des Kunden aus.

Manche Kreditinstitute vergeben Karten kostenlos an die Kunden, andere fordern einen bestimmten Mindestumsatz oder eine einmalige Gebühr für die Erstellung der Karte. Bei Visa Cards wird für die Bereitstellung einer Kreditkarte in der Regel eine Jahresgebühr erhoben und die Transaktionen sind in Abhängigkeit vom Unternehmen, dem Standort und der Umrechnung kostenpflichtig. In den USA ist schon seit langem eine revolving credit card üblich, bei der die Rückzahlung der Abbuchungen in Raten über einen längeren Zeitraum erfolgen darf. Dies setzt sich auch in Europa mehr und mehr durch. Aus den Travel- und Entertainment- Kreditkarten hat sich im Gebrauch immer mehr die Bankkreditkarte herauskristallisiert. Große Unternehmen fördern die Kundenbindung ihrer Mitarbeiter durch die Ausgabe von firmeneigenen Kreditkarten an ihre Angestellten.

Bankkreditkarten mit festem Dispositionsrahmen sind heute als Visa Card, Amexcard sehr verbreitet und können im In- und Ausland problemlos eingesetzt werden. Im Gegensatz dazu gibt es seit einigen Jahren Chargecards oder Debitcards, wie die Mastercard, die monatlich abgerechnet werden, jedoch nur Auszahlungen auf einer Guthabenbasis ermöglichen. Da jedoch die Kundenkonten meistens einen umfangreichen Überziehungsrahmen aufweisen, verwischen sich die Unterschiede. Chargekarten, Daily-Charge-Cards, Scheckkarten oder Debitkarten und Prepaid-Kreditkarten sind ähnlich wie die Mastercard auf ein Guthaben ausgerichtet, von dem die bargeldlosen Zahlungen abgezogen werden.

Die bekannteste Form in Deutschland ist die sogenannte Maestrokarte oder Mastercard. Seit 1968 liefen in den USA viele Kreditkartenprogramme regional begrenzt. Mit dem Zusammenschluss der Interbank Card Association und Eurocard International, heute Europay International, konnte die Mastercard ab 1968 ihren Siegeszug um die Welt antreten. Ab 1981 folgte für die asiatischen Länder die japanische Gesellschaft JBC, die besonders in Ländern mit japanischen Handelsbeziehungen aktiv ist.

Bei der Debitkarte erfolgt eine sofortige Belastung des Karteninhabers auf seinem Girokonto, sodass die Zahlung zeitgleich ausgeglichen ist. Dadurch sind hier manchmal die Kartengebühren günstiger. Bei den Prepaid – Kreditkarten gehen die Anbieter noch einen Schritt weiter und offerieren dem Kunden sogar einen Guthabenzins oder eine kostenlose Kontoführung. Dieser Umstand macht Prepaid Kreditkarten auch für junge Leute oder Berufsanfänger besonders attraktiv. Das Überziehen solcher Karten hat den sofortigen Verlust durch Einziehen und auch Vertragsstrafen zur Folge, da diese Karten ohne jede Sicherheit durch Schufa-Auskunft ausgegeben werden. Prepaid Kreditkarten sind mit Prepaid Handykarten zu vergleichen und kommen aktuell immer stärker in Umlauf für weniger finanzstarke und junge Kunden.

American Express, Diners Club, Mastercard und Visa Card sind weltweit bekannt und in fast allen Ländern anerkannt. Daneben gibt es regionale Kreditkarten wie China Union Pay, Discover Card in den USA, JBC in Japan und asiatischen Ländern, DinaCard in Serbien, Transcard in Bulgarien und kleinere regionale Mastercards, die von regionalen Banken allerdings auch an internationale Kunden ausgegeben werden.

Sollte eine Kreditkarte gestohlen werden oder verloren sein, ist sofort die Bankgesellschaft telefonisch über den Verlust zu informieren, denn ab dem Zeitpunkt der Kartensperrung besteht keine Gefahr der unberechtigten Nutzung mehr. Damit ist der Kontoinhaber gegen unverhoffte Abbuchungen gesichert. Allerdings gilt eine Pflicht der sorgfältigen Aufbewahrung und Geheimhaltung der PIN sowie unverzüglicher Mitteilung bei Verlust. In Deutschland kann eine Sperrung bei Verlust über den zentralen Notruf 116116 erfolgenk international mit + 49 116 116.

Bankunternehmen und auch Fluggesellschaften bemühen sich seit langem um besonderen Kundenservice und bieten aktuell Kreditkarten mit Gold, Platin oder Frequent Traveller Konditionen an, bei denen zusätzlich zum Geldtransfer noch Versicherungsleistungen oder Vorzugskonditionen für Reisen eingeschlossen sind. Solche Verträge werden von international reisenden Geschäftsleuten gern angenommen.

Inzwischen gibt es bereits virtuelle Kreditkarten, die nur aus den zur Kaufabwicklung notwendigen Daten bestehen. Solche Karten werden von der Wirecard Bank ausgegeben. Ohne Kreditkarte ist das Reisen heute fast undenkbar.