Kredit zur Umschuldung – durch günstigere Zinsen Geld sparen

Unter einer Umschuldung versteht man zunächst die Aufnahme eines Kredits zur Tilgung eines älteren Kredits. Der Kreditnehmer nimmt somit einen Kredit auf, um mit der auf diese Weise finanzierten Summe einen älteren Kredit mit einem mal abzulösen, also unter Verzicht auf die gewöhnlich vereinbarten Tilgungsregeln. Die wirtschaftliche und finanzielle Effizienz einer solchen, auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlichen Gestaltung, ergibt sich vor allem aus den marktwirtschaftlichen Zinsschwankungen

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Obwohl auch die Banken in ihrer betriebswirtschaftlichen Gestaltungs- und Spekulationsfreiheit Einfluss auf die konkrete Höhe der Zinsen haben, entstehen diese vorrangig durch die markt- und zinslenkende Hand der deutschen und europäischen Zentralbanken. Diese sind in der Lage, durch die Veränderung des sogenannten Leitzinssatzes, also dem Zinssatz, zu dem sich die Banken selber Zinsen von der Zentralbank leihen können, entscheidenden Einfluss auf die Höhe der Geldmarktzinsen zu nehmen.

Rechtzeitige Umschuldung spart bares Geld

Kredit zur Umschuldung - durch günstigere Zinsen Geld sparenHeben diese ihren Leitzinssatz an, müssen die Banken zur Erhaltung ihres Umsatzes ihre Zinsen ebenfalls anheben, um ihre insoweit gestiegenen Mehrkosten auszugleichen. Senken sie etwa ihre Zinsen, zum Beispiel um Liquiditätsengpässe und Kreditklemmen des Marktes auszugleichen, senken auch die Banken ihre Zinssätze um den Preisvorteil an die Kunden weiterzugeben.

Allerdings können nicht alle Kunden unmittelbar von diesen Zinssenkungen profitieren. Denn insbesondere hochvolumige Kreditverhältnisse werden auf längere Zeit abgeschlossen. Während dieser vertraglichen Laufzeit ändern sich die Zinsen nicht, diese richten sich viel eher nach dem Zinsniveau zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses. Hier kann das Institut der Umschuldung helfen.

In dem der Kreditnehmer den älteren, teuren Kredit ablöst braucht er nunmehr nur noch die Zinsen des billigeren Kredits zu zahlen und kann auf diese Weise teilweise erheblich sparen. Allerdings hat der Kreditnehmer insbesondere bei der Aufnahme des neuen Kredits einige Punkte zu beachten, um tatsächlich von der erwarteten Zinssenkung profitieren zu können.

Zunächst muss der zur Umschuldung aufgenommene Kredit entsprechend günstig sein (Kreditvergleich durchführen!). Dies bestimmt sich zunächst im Verhältnis zum älteren Kredit, wobei natürlich eine möglichst deutliche Differenz zwischen dem Zinsniveau des alten und des neuen Kredits gegeben sein sollte. Dieses Kriterium sinkt in seiner Bedeutung kongruent zur Laufzeit des Kredits. Insbesondere bei Immobilienkrediten, die teilweise durchaus jahrzehntelange Laufzeiten haben, ist ein deutlicher Abstand zwischen den Zinshöhen nicht erforderlich.

Weiterhin muss in die Berechnung einbezogen werden, dass bei der Aufnahme des neuen Kredits und vorzeitigen Tilgung des älteren Kredits möglicherweise sogenannte Zusatz- oder Sonderkosten anfallen können. Diese müssen, damit sich die Umschuldung dennoch lohnt, in die Kalkulation einbezogen werden. Sonderkosten in diesem Sinne sind vor allem Kosten und Honorare für den Notar oder Sachverständige sowie andere Gutachten.