Investoren im Fußball – Fluch und Segen zugleich

Während in Deutschland die 50+1 Regel die Übernahme eines Klubs durch eine einzelne Person verhindert, ist dies in anderen europäischen Topligen nicht der Fall. Klubs wie Manchester City oder Paris Saint-Germain befinden sich fest in Händen reicher Oligarchen, die Jahr für Jahr dreistellige Millionenbeträge in den Kader pumpen. Alles für den Erfolg des Vereins.

Dabei bleibt die Entwicklung junger Talente oftmals auf der Strecke und die Schere zwischen armen und reichen Vereinen geht weiter auseinander. Doch ist dieses Finanzmodell tatsächlich die Zukunft oder doch nur eine Blase, die platzen muss? Was passieren kann, wenn ein Geldgeber mal keine Lust mehr hat, zeigt der Fall des FC Malaga in Spanien.

Geld hilft (nicht) immer

Investoren im Fußball

Zugegeben, ein finanziell stark aufgestellter Verein hat meistens auch Erfolg. Zumindest auf nationaler Ebene. Das ist in der Bundesliga mit dem FC Bayern der Fall, in Frankreich wird Paris regelmäßig Meister und in Italien führt kein Weg an Juventus Turin vorbei. Doch was diese Klubs alle gemeinsam haben: Nationale Titel sind nicht genug. Man wird an den Erfolgen in der Champions League gemessen und genau deswegen greifen Investoren regelmäßig tief in die Tasche.

Die Bayern haben sich ihr „Festgeldkonto“ unabhängig eines Investors selbst erarbeitet und können sich dadurch einen Lucas Hernandez für 80 Millionen Euro leisten. Danach ist die Kaderplanung für eine Transferperiode aber schon so gut wie abgeschlossen. In Manchester oder Paris wären dies nur „Peanuts“. Lediglich das Financial Fairplay verhindert es derzeit, dass Klubs im Besitz von Schwerreichen den Markt völlig durcheinanderwirbeln.

Dies ist aber noch lange keine Garantie für die ganz großen Titel. Paris, in diesem Jahr wieder als einer der Favoriten in der Champions League gestartet, droht nun zum wiederholten Male das vorzeitige Scheitern in der Königsklasse. Derzeit werden die Franzosen bei den bet365 Fußball-Wetten nur mehr mit einer Quote von 11,00 auf den Sieg der League gehandelt. Gegen Borussia Dortmund, einen Klub, der nicht einmal im Ansatz mit den finanziellen Möglichkeiten der Franzosen mithalten kann, schaffte es Paris nach der Übernahme noch nicht einmal ins Halbfinale. Dabei wurden seit der Saison 2011/12 über 1,2 Milliarden Euro für neue Spieler ausgegeben.

Auch Manchester City konnte die Champions League noch nie gewinnen, noch nicht einmal ein Finale erreichen. Juventus Turin scheitert ebenfalls in regelmäßigen Abständen spätestens in der Vorschlussrunde. Aus vielen Einzelkönnern muss immer noch eine Mannschaft geformt werden. Dies macht die Sache so schwierig und ist mit Geld allein nicht zu erreichen.

Fußball Rasen Ball Champions League

Vereinen droht der Ruin

Ausbleibende sportliche Erfolge auf internationaler Bühne wären ja noch verschmerzbar, doch wenn der Geldfluss auf einmal versiegt, droht den Vereinen nicht weniger als der finanzielle Ruin. Das beste Beispiel hierfür ist der oben genannte FC Malaga. Die Spanier wurden im Jahr 2010 von einem Scheich aus Katar übernommen.

Dieser rettete den Klub vor der Insolvenz und pumpte eine dreistellige Millionensumme in den Kader. Das Ziel war es, Malaga als vierte Kraft in Spanien neben Real Madrid, Atlético und FC Barcelona zu etablieren. Zunächst sah es ganz danach aus.

2012 qualifizierte sich Malaga erstmals für die Champions League. Dort war im Viertelfinale gegen Borussia Dortmund Endstation. Es sollte der einzige Abstecher des Klubs in der Königsklasse bleiben.

Der Eigentümer hatte genug, die Finanzierung blieb aus, Gehälter konnten nicht mehr gezahlt werden und sämtliche Leistungsträger verließen den Verein. Heute kickt Malaga nur noch in der zweiten spanischen Liga. An glorreiche Europapokalabende ist an der Costa del Sol schon lange nicht mehr zu denken.

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