Die Schufa – Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung

Handel und Banken können die Bonität von Kunden über den Datenpool der Schufa überprüfen. In den Computern der „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“ sind eine halbe Milliarde Datensätze mit Angaben zu Krediten, Raten, Konkursen, Zahlungsverhalten, Girokonten, Kreditkarten, Personalien von 65 Millionen Deutschen erfasst.

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Der Informationsdienstleister gibt jährlich 87 Millionen Auskünfte. Als Auskunftei gründeten die Brüder Walter und Kurt Meyer sowie Robert Kauffmann die damalige „Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung“ im Jahre 1927. Die Idee bekamen die Brüder vom Berliner Versorger Bewag. Der verkaufte neben Strom auch Konsumgüter auf Raten an seine Kunden. Wer regelmäßig zahlte, kam auf eine Positivliste und durfte weiter auf Raten bei der Bewag kaufen.

Die Schufa – ein Blick in die Geschichte

Die Schufa - Schutzgemeinschaft für allgemeine KreditsicherungDie Meyer-Brüder orientierten sich an diesem Prinzip, weil sie erkannten, dass es für Banken und Handelsunternehmen generell interessant sein würde, zwischen schlecht und gut zahlenden Kunden von vornherein unterscheiden zu können. Neben der Positivliste mit den zahlungsfähigen, kreditwürdigen Kunden, führte die Schufa auch eine Negativliste mit den Kunden ein, die Probleme bei einer Ratenrückzahlung gehabt hatten.

Das Prinzip machte sich nach dem zweiten Weltkrieg bezahlt, als mit der Zunahme des Massenkonsums immer mehr Kredite in Anspruch genommen wurden. Die Schufa expandierte vom regionalen Berliner Unternehmen mit dreizehn Filialen zum deutschlandweiten Datensammler. Die Negativ-Auskunft der Schufa wurde zu einem festen Begriff im deutschen Wirtschaftsleben. Denn mit einem negativen Schufa-Eintrag hat der Kunde es unter Umständen schwer, einen neuen Kredit zu bekommen oder bargeldlos einzukaufen.

Negative Daten sollen nach drei Jahren bei der Schufa gelöscht werden. Laut Schufa sind über 93 Prozent der gespeicherten Personen auf einer Positivliste. Die Daten selbst werden von Banken und Handelsfirmen im Einverständnis mit deren Kunden an die Schufa weitergeleitet.

Heute sind die Aktionäre der Schufa Banken und Sparkasseninstitute sowie einzelne Handelsunternehmen wie beispielsweise große Versandhäuser. Unternehmen, die Auskunft über einen Kunden haben möchten, müssen als Partner der Schufa für deren Auskunftsdienste bezahlen. Zu den insgesamt 4500 Partnern gehören Kreditunternehmen, Handelshäuser, Telekommunikationsfirmen, Inkassounternehmen und Internetanbieter. Sie können Anschrift, Geburtsdatum und Name eines Kunden mit ihren eigenen Daten abgleichen und ihn so eindeutig identifizieren.

Sie bekommen Auskünfte über das Girokonto und die Kreditkarten eines Kunden, über seine laufenden Kredite, seine Kredite in der Vergangenheit und darüber, ob er diese und seine Ratenkäufe pünktlich zurückgezahlt hat. In neuerer Zeit wurden Scorings eingeführt. In einem Wert zwischen 1 und 1000 wird dabei die Wahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls bei einem Kunden berechnet. Jede Person mit Schufa-Eintrag hat das Recht auf Eigenauskunft. Das kann wichtig sein, um zu prüfen, ob die persönlichen Daten, die bei der Schufa gespeichert sind, auf dem aktuellsten Stand sind.