Bewertungszahl – Wann ist der Bausparvertrag zuteilungsreif

Der Bausparvertrag ist ein guter alter Bekannter in der deutschen Sparlandschaft. Auch wenn er inzwischen etwas angestaubt scheint, erfreut er sich noch immer großer Beliebtheit. Kein Wunder. Dient dieses Finanzprodukt nicht nur als Sparanlage, sondern kann zudem als Finanzierungsmöglichkeit eingesetzt werden.

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Wer die Bausparsumme dafür nutzen möchte, einen Teil seines Bauvorhabens zu finanzieren, wartet in der Regel sehnsüchtig auf die Auszahlung des Geldes. Doch Geld gibt es erst, wenn der Bausparvertrag zuteilungsreif ist. Wann ist das der Fall? Und haben Sparer Einfluss darauf?

Drei Faktoren entscheiden, wann der Bausparvertrag zuteilungsreif ist

 

Bewertungszahl - Wann ist der Bausparvertrag zuteilungsreifDamit ein Bausparvertrag zuteilungsreif ist, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Das Mindestsparguthaben ist erreicht. Der Zweck eines Bausparvertrages ist der Aufbau eines Guthabens. Dieses generiert sich durch regelmäßige Sparbeiträge, ergänzt um Guthabenzinsen. Fallweise lassen auch staatliche Förderungen den Betrag im „Topf“ ansteigen. Die Sparraten sind solange einzuzahlen, bis Sie die vereinbarte Zielsumme erreicht haben. Wie viel mindestens anzusparen ist, ist abhängig vom gewählten Tarif. Üblicherweise handelt es sich um 25 bis 50 Prozent der Bausparsumme.
  2. Die Mindestlaufzeit wurde eingehalten. Wie lange der Bausparvertrag laufen soll, wird in der Regel bereits bei Vertragsabschluss festgelegt. Diese Mindestlaufzeit soll verhindern, dass der Bausparvertrag, beispielsweise durch eine Einmalzahlung des Mindestguthabens, direkt zuteilungsreif wird. Je nach Tarif und Bausparkasse beträgt die Wartezeit zwischen wenigen Monaten und mehreren Jahren.
  3. Ein letzter wichtiger Faktor ist die Bewertungszahl. Denn sie bestimmt, in welcher Reihenfolge die Bausparverträge zugeteilt werden. Zu einem konkreten Stichtag bewertet die Bausparkasse sämtliche Bausparverträge und vergibt eine konkrete Bewertungszahl. Erst wenn der eigene Bausparvertrag eine bestimmte Bewertungszahl erreicht hat, ist die Zuteilung möglich. Grundsätzlich gilt: Je höher die Zahl, desto früher die Zuteilung.

Doch wozu braucht man die Bewertungszahl?

Die Antwort ist einfach: Sie soll sicherstellen, dass zu jeder Zeit die nötigen Darlehen ausgezahlt werden können. Das Bausparprinzip funktioniert so, dass die Besitzer des Bausparvertrages regelmäßig Geld in einen großen „Topf“ einzahlen. Pro Monat vergibt die Bausparkasse aus diesem „Topf“ die jeweiligen Bauspardarlehen.

Um zu verhindern, dass zu viele Darlehen ausgezahlt werden, sprich, der „Topf“ plötzlich leer ist, wird stets nur ein bestimmter Betrag ausgezahlt. Damit es fair zugeht. Braucht es ein objektives Zuteilungskriterium – die Bewertungszahl.

Beschleunigen ist möglich

Die gute Nachricht für alle, die das Eigenheim lieber heute als morgen in Angriff nehmen wollen: Sie können Einfluss nehmen auf die Höhe Ihrer Bewertungszahl und so möglicherweise eine frühere Zuteilung erwirken. Dafür erkundigen Sie sich am besten bei Ihrer Bausparkasse.

In vielen Fällen lassen sich höhere Sparbeträge bei kurzer Ansparphase vereinbaren. Eine weitere Option sind Sonderzahlungen, die das Guthaben kurzfristig ansteigen lassen. Schon eine Einmalzahlung kann die Bewertungszahl in die Höhe schnellen lassen.