Altgold verkaufen – was muss man beachten?

Unter Altgold versteht man solches Gold, dass nicht in einer wertmäßig standardisierten Form vorliegt, also als Barren, Münze oder ähnliches. Altgold ist sozusagen jede Form von Gold, die in anderer Weise Verwendung findet, als zum bloßen Tausch: Vom Schmuck bis zur Zahngold-Füllung. Gerade bei Haushaltsauflösungen findet sich hin und wieder ein Schmuckkästchen mit kleineren Goldschmuck- oder Zahngoldbeständen.

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Diese können nicht einfach so weiterverkauft werden: Ein Experte – beispielsweise bei Hauptstadtgold – kann die Reinheit jedes noch so kleinen Goldbestandteils professionell analysieren und eine objektive Wertschätzung abgeben. Doch wie funktioniert das genau?

Altgold vom Profi schätzen lassen

Altgold - Goldbarren gestapelt

„Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ lautet ein bekanntes Sprichwort. Und selbst hier muss man eine Abstufung treffen. Selbst wenn es Gold ist und glänzt, ist es nicht alles gleich wertvoll. Der Reinheitsgrad von Gold wird seit jeher in Karat gemessen. Hat man nun zum Beispiel eine goldene Spitze eines Federfüllhalters, so besteht diese mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht zu 100 % aus reinem Gold. Meistens wird Gold als Legierung verwendet und enthält noch weitere Edelmetalle, zum Beispiel Kupfer, Platin, Silber oder Palladium.

Ein Karat entspricht dabei einem Vierundzwanzigstel Gewichtsanteil Gold, also umgerechnet etwa 4 %. Als Handelsbezeichnungen werden außerdem 1000er-Anteile verwendet. So besteht beispielsweise 24karätiges Gold aus vollen 24 von 24 Gewichtsanteilen Gold und hat somit theoretisch eine 100%ige Reinheit.

Da sich allerdings praktisch nie alle Verunreinigungen in der Legierung ausmerzen lassen, gilt für 24 Karat Gold die Handelsbezeichnung „Gold 999“ (für 99,9 % Gold). Weitere standardisierte Handelsbezeichnungen sind etwa „Gold 916“, „Gold 900“ (Münzgold) oder „Gold 585“.

Schon seit Archimedes kennen wir eine exakte Methode zum Messen eines Goldanteils in einer Metalllegierung über die Wasserverdrängung bei bekannter Dichte des Stoffes. Ein echter Experte verlässt sich allerdings nicht auf eine solche Methode von vor über 2000 Jahren. Hier kommt meistens ein so genanntes Röntgenfluoreszenzspektrometer zum Einsatz, welches die Reinheit des Metalls über die Reflexion von Röntgenstrahlen misst. Wenn das Zahngold beispielsweise nun aber analysiert ist, wie viel ist es dann wert?

Goldkurs und Schmelzpreis

Geld gestapelt

Nicht zu verwechseln sind hierbei der Goldkurs und der Schmelzpreis. Der Goldkurs entspricht etwa dem Wert einer standardisierten Unze Gold, wie sie auch an der Börse gehandelt wird. Leider findet man jedoch bei einer Haushaltsauflösung oder auf dem Dachboden sehr selten fertige Goldunzen oder -barren.

Als Ankaufspreis bieten die so genannten „Scheideanstalten“ deswegen einen etwas darunter liegenden Schmelzpreis an. In diesen eingerechnet sind zudem die Kosten für die Analyse des Reinheitsgrades sowie für den Aufwand des Einschmelzens. Den jeweiligen Ankaufspreis ermitteln seriöse Anstalten jeden Tag neu – je nach Kurs und Aufwand.

Im März 2015 war der Goldkurs an der Börse bei etwa 1200 Dollar pro Unze. Der ungefähre Ankaufspreis für sehr reines Gold (22 Karat) beläuft sich bei den Anstalten zur gleichen Zeit etwa auf 35 € pro Gramm. Befinden sich in der Metalllegierung noch andere Edelmetalle wie Kupfer oder Silber, so lassen sich auch diese häufig einzeln Herausschmelzen und zum jeweiligen Tageskurs verkaufen.