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Eliteförderung

Mittwoch, 17. Juni 2009 | Autor: Dirk Löbe

Die in den letzten Jahren offenkundig gewordene Bildungsmisere an deutschen Schulen und Hochschulen hat von verschiedenen Seiten den Ruf nach einer frühzeitigen Förderung künftiger Eliten laut werden lassen. Die Diskussion über das “Wie” einer gezielten Eliteförderung ist noch im Gange.

Eine Eliteförderung hat das Ziel, Eliten für das gesellschaftliche Leben heran zu bilden. Dieses können Bildungseliten sein, aber auch Funktionseliten wie etwa künftige Politiker. Wie dies funktionieren kann, ist allerdings umstritten.

Kritiker sehen etwa in der Bildung reiner Eliteuniversitäten eine Herabwürdigung der anderen Hochschulen. So würde ein “normaler” Hochschulabschluss entwertet und die Absolventen einer Nicht-Elite-Universität hätten schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Auch wird befürchtet, dass sich ein “amerikanisches” Ausleseverfahren einstellen könnte: In den Vereinigten Staaten von Amerika stehen Eliteuniversitäten nicht nur Hochbegabten offen, sondern auch begabten Basketball-Spielern und anderen Sportlern und insbesondere besonders wohlhabenden Studenten, da man sich den Zugang zu einer solchen Universität auch erkaufen kann, falls man am normales Ausleseverfahren scheitert.

In Europa sind die Verfahren der Eliteförderung sehr unterschiedlich, was die heutztage notwendige internationale Anerkennung eines Elite-Abschlusses nicht leichter macht. In Deutschland erfolgt die Eliteförderung über die Begabtenförderung und Begabtenförderungswerke. Ziel ist es hierbei, Hochbegabten Schülerinnen und Schülern unabhängig ihrer sozialen Herkunft Zugang zu den für sie am Besten geeigneten Hochschulen zu ermöglichen und den künftigen Eliten ein Studium frei von der Notwendigkeit, Geld zu verdienen, zu ermöglichen. Über die Begabtenförderung oder die entsprechenden Förderungswerke erhalten die Studierenden großzügige Stipendien, die sie auch von der mittlerweile fälligen Studiengebühr befreien. In der Regel ist das Stipendium an Prüfungsleistungen gekoppelt, so dass verhindert werden kann, dass Studierende, die sich als nicht begabt genug heraus stellen, in den Genuss von Zuwendungen geraten, die für Hochbegabte gedacht sind.

In den vergangenen Jahren sind eine Reihe von Universitäten als Elite-Universitäten gekennzeichnet worden. Dies bedeutet, dass diesen Hochschulen mehr Gelder aus der öffentlichen Hand, in der Regel aber auch aus der Wirtschaft zufließen. Die Bildung reiner Elite-Universitäten, zu denen andere Studenten keinen Zugang haben, ist jedoch noch nicht erfolgt.



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