Kulturförderung
Dienstag, 16. Juni 2009 | Autor: Dirk Löbe
Unter Kulturförderung versteht man staatliche Anstrengungen, um Kultur zu fördern und Kulturschaffende zu unterstützen. Diese Förderung erfolgt auf Bundesebene wie auch auf der Ebene der Länder und der Kommunen. Neben der staatlichen gibt es auch die private Kulturförderung, die immer mehr an Bedeutung gewinnt.
Deutschland ist ein föderalistisch geprägter Staat, was sich auch in der Kulturförderung wieder spiegelt. So ist die Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft in einigen Länderverfassungen verankert.
Auch die Gemeinden haben im Rahmen des Grundgesetzes das Recht, eine eigenständige Kulturförderung zu betreiben. Allerdings ist die Förderung von Kunst und Kultur eine freiwillige Aufgabe und mithin eher ein Recht als eine Pflicht. Da es keine gesetzliche Norm über die Höhe einer Kulturförderung gibt, bleibt es den Ländern und Kommunen überlassen, in welcher Höhe sie sich hier engagieren möchten. Gerade in Zeiten einer schlechten öffentlichen Kassenlage wie etwa derzeit ist es daher reizvoll, zunächst an Bereichen wie der Kunst und Kultur Gelder einzusparen, die anderweitig scheinbar dringender oder gewinnträchtiger eingesetzt werden können.
Die Kulturschaffenden selbst und die Unterstützer der Kulturförderung versuchen mit unterschiedlichem Erfolg, dagegen zu argumentieren, in dem sie auf die so genannte Umwegrentabilität verweisen: Große Museen und spektakuläre Ausstellungen erwirtschaften zwar keine unmittelbaren Gewinne, ziehen aber Menschen in die betreffende Stadt, die andernfalls nicht gekommen wären und in der Stadt Geld ausgeben. Es dürfte unstrittig sein, dass etwa Paris vom Louvre profitiert, obwohl der Unterhalt eines solchen Hauses auf den ersten Blick extrem kostspielig ist. Die katastrophale Haushaltslage führt dennoch dazu, dass der Staat versucht, möglichst große Teile der Kulturförderung in private Hände zu legen.
Vor allem über Steueranreize wird versucht, für Unternehmen, Sponsoren oder private Stiftungen ein Engagement im kulturellen Bereich attraktiv zu machen. Zudem hat es für ein Unternehmen einen positiven Marketing-Effekt, sich hier wirksam zu präsentieren, da Kunst und Kultur in der öffentlichen Wahrnehmung positiv besetzt sind. Neben der rein staatlichen und der rein privaten Kulturförderung gibt es auch noch die gemischte oder komplementäre Kulturförderung. Diese wird etwa in den USA praktiziert und dürfte auch in Deutschland das Modell der Zukunft sein.
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Tags: Deutsches Informationszentrum Kulturförderung, Kulturförderung, Kulturkreis der deutschen Wirtschaft im BDI, Kulturstiftung der Länder, Kulturstiftung des Bundes
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